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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Alles was sonst mit Eishockey zu tun hat
Böcky #75 Offline

1. Mannschaft

Beiträge: 1.350

25.10.2005 20:49
Schlusspfiff für die Wizards? Zitat · Antworten
Schlusspfiff für die Wizards?

Eishockeyklub am Abgrund

STUTTGART. Die Stuttgart Wizards haben als Tabellenletzter der Eishockey-Oberliga im Moment nicht nur sportliche, sondern auch große finanzielle Probleme. Jetzt drohen den Wizards sogar noch Schwierigkeiten mit ihrem Hauptsponsor.
Von Florian Huber
Bis gestern Mittag schien die Lage beim Eishockey-Oberligisten Stuttgart Wizards auf der Waldau ausweglos. Keine Punkte, kein Geld - und keine Mannschaft. Die Spieler drohten damit, von heute an in den Streik zu treten, da die Oktobergehälter seit mehr als einer Woche überfällig sind. Wer hat Schuld an der Misere, fragen sich die Fans des Oberligisten? "Wir warten auf einen hohen fünfstelligen Betrag unseres Hauptsponsors, um die Gehälter bezahlen zu können", sagt Kai Wunner, der für das Marketing bei den Wizards zuständig ist.
Beim Hauptsponsor Hofbräu selbst ist man sich keiner Schuld bewusst. "Das Geld ist erst heute fällig und wird den Wizards vertragskonform zur Verfügung gestellt", sagt Martin Alber aus der Marketingabteilung von Hofbräu. Sowieso ruft die ganze Sache bei ihm nur großes Erstaunen hervor. Er wundert sich vor allem über die Behauptung von Seiten der Wizards-Verantwortlichen, dass sie als Sponsor den vereinbarten Zahlungen nicht pünktlich nachkämen. "Wir können uns überhaupt nichts vorwerfen", sagt Alber, "und nur darauf hinweisen, dass unser Engagement großzügig angelegt ist. Die ganze Sache ist schon jetzt sehr ärgerlich verlaufen."
Sollte Hofbräu sein Engagement wirklich überdenken, dann bekommen die Stuttgart Wizards ernsthafte Probleme, die Saison überhaupt zu Ende spielen zu können. Dabei ist das Eissportzentrum auf der Waldau schon jetzt als das Armenhaus der Oberliga bekannt. Mit einem Minietat von nur 300 000 Euro muss man die Saison bestreiten und hat ein Team zur Verfügung, die zurzeit hilflos und völlig überfordert wirkt.
Peter Godenrath, der über seine Marketingagentur den Kontakt zu der Großbrauerei hergestellt hat, kann es sich nur so erklären: "Das ist eine rein abwicklungstechnische Frage und hat nichts mit den Stuttgart Wizards zu tun. Die Summe ist zugesagt und kommt auch. Wahrscheinlich verkennt man beim Sponsor den Ernst der Lage auf der Waldau." Gestern Nachmittag landeten die Zahlungen nun doch auf den Konten der Wizards. Auf der Waldau werden die Lichter also noch nicht ausgehen und die Spieler auch nicht streiken. Trotzdem ist der Spielbetrieb bis zum Ende der Saison im nächsten Frühjahr noch lange nicht gesichert. "Da unsere Einnahmenseite ausgereizt ist, müssen wir natürlich auch überlegen, wo es noch Sparpotenzial gibt", sagt Wunner. Im Klartext heißt dies nichts anderes, als dass man sich eventuell von dem einen oder anderen Spieler trennen muss. Mit 500 Zuschauern pro Spiel haben die Verantwortlichen gerechnet, noch liegt man über dem kalkulierten Schnitt.
Doch was passiert, wenn immer weniger Zuschauer Lust auf die allwöchentliche Niederlage der Wizards haben? "Wir können nur hoffen, dass uns die Fans treu bleiben", sagt Kai Wunner, und man merkt, dass er bei allem Optimismus selbst daran zweifelt. Auch er weiß, dass einige der Wizards- Probleme hausgemacht sind. Da ist die Personaldecke ohnehin schon sehr angespannt und trotzdem passiert es, dass die Verantwortlichen vergessen, den Spielerpass von Peter Westerkamp zu verlängern.
Der Trainer Roger Weißschuh ist schon längst an einem bemitleidenswerten Punkt angelangt. "Die Köpfe sind nicht frei bei den Spielern. Das ist aber auch kein Wunder, wenn ich mir Sorgen um meinen Arbeitsplatz machen muss", sagt er nach der 2:8-Niederlage gegen Landsberg. "Wie soll man Spieler motivieren, wenn sie nicht wissen ob das hier überhaupt eine Zukunft hat?" fragt Weißschuh. Ein Blick in seine Augen verrät, dass ihm die Arbeit im Moment überhaupt keinen Spaß macht. Da ist es auch kein Trost, wenn die Landsberger Eishockeyfans beim Spiel am Sonntag so etwas wie Verständnis zeigen und singen: "Ihr seid Letzter, jeder weiß, warum!" Die Eishockeyfreunde aus den gegnerischen Klubs sind bestens darüber informiert, dass die Gründe, die mit dem Niedergang des Stuttgarter Eishockeys zu tun haben, auch bei der Stadt gesucht werden können.
Seit langer Zeit hat die Landeshauptstadt nichts mehr in die Eishalle auf der Waldau investiert. "Allein die sanitären Einrichtungen hier spotten jeder Beschreibung. So kann man bestimmt keine Sponsoren beeindrucken und neue Geldgeber hinzugewinnen", weiß Kai Wunner. Dabei hätte man im Moment nichts nötiger auf der Waldau als weitere potente Geldgeber, damit das Eishockey in Stuttgart nicht stirbt.

Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/pa...htag=2005-10-25


P.S. Da haben unsere beiden Ex-Neusser Jannick Joosten und Christian Schlesiger ja nicht gerade das große Los gezogen! Schade für die Jungs!

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