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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Alles was sonst mit Eishockey zu tun hat
Thomas ( gelöscht )
Beiträge:

09.06.2004 11:00
Vor(sorge) des LEV Zitat · Antworten
Wenn dieser Presseartikel inhaltlich zutrifft, dann sehe ich ein Abzocken der Vereine durch den LEV als gegeben an. Denn dann werden finazielle Mittel aus den Eishockeyvereinen abgesaugt, um mit der Immobilie z. B. den Eiskunstlauf zu unterstützen.

Wie seht ihr das?

Quote:


EN/ "System Sorge" weist erstaunliche Stabilität auf
Der Ex-DEB-Schatzmeister schaltet und waltet in Nordrhein-Westfalen wie eh und je

Dortmund. Die Diskussionen um die Verweigerung der Freigabe der Ratinger IceAliens und der Herner EG für die Oberliga durch den LEV NRW haben die Diskussionen um dessen Vorsitzenden Wolfgang Sorge neu entfacht. Worauf stützt Sorge seine Macht - und lässt sie sich wirklich nicht durchbrechen, lautet die meist gestellte Frage.

Bis vor einem Jahr war er noch Schatzmeister des DEB, gestützt durch eigene Gefolgsleute und dem LEV Bayern. Die Hintergrunddiplomatie der DEB-Führung schaffte es dann aber doch, einen neuen Vorstand mit dem NRW-Mann Ulrich Esken an die Spitze und ohne Wolfgang Sorge zu installieren. Sein NRW-Amt blieb davon jedoch unberührt. Im Verband des bevölkerungsreichsten Bundeslandes schaltet und waltet Sorge wie eh und je. Der Mann aus Bergisch-Gladbach ist nach eigenem Bekunden als Unternehmensberater tätig. Im Verband kann sich Sorge auf ein seit vielen Jahren existierendes Netzwerk von Getreuen verlassen, zu dem in vorderster Linie sein aus dem Bereich Eiskunstlauf kommender Vize Friedrich Dieck gehört, mit dem Sorge den geschäftsführenden Vorstand des LEV-NRW bildet. Ergänzt wird das Netzwerk vom Vorsitzenden des Kontrollausschuss Rainer Drücker und Petra Bollig, Mitarbeiterinder Kölner LEV-Geschäftsstelle. Einziger Gegenpart ist Hans-Dieter Floer, Vorsitzender des Spielgerichts, der dem Kontrollausschuss ab und an doch mal eine Schlappe zufügt.

Wenn Mitgliederversammlungen anstehen, ist auf die Sorge-Getreuen Verlass. Neben dem Eishockey versammelt der LEV-NRW Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Eisstockschießen und Curling unter seinem Dach. Das Interesse der meisten Vereine an der Verbandsarbeit und damit auch der Teilnahme an Versammlungen ist gering. Vollmachten werden ausgestellt auf Rainer Drücker und Petra Bollig. Die Eishockey-Vereine können eine noch so starke Koalition bilden, am Ende scheitern sie doch aufgrund der Vollmachstimmen, da sogar Eishockey-Vereine Vollmachten abgeben. Deshalb sieht auch niemand einen Grund, mit einer eigenen Mannschaft als Gegenkandidat anzutreten, denn es ist ein aussichtsloses Rennen. Es interessiert die Vertreter der anderen Sportarten selbst in Situationen, wo Themen wie im Fall der Oberliga-Freigabe eine erhöhte Publizität erreichen, nicht, was sich im Bereich Eishockey abspielt. "Egal was ist, die Vollmachten werden weiter ausgestellt", sind sich die Vereinsvertreter sicher.

Hilfreich ist auch, dass es nur äußerst selten Vorstandssitzungen gibt und Entscheidungen daher alleine durchs Präsidium getroffen werden, außerdem keine Geschäftsordnung existiert, was der LEV-Vorstand damit begründet, dass die Satzung des Verbandes ohnehin alles regeln würde. Sobald ein Neuling in den erweiterten Vorstand - es sind die Obleute für Eishockey-Nachwuchs und Senioren, Eiskunstlauf, Eistanz,Preisrichter, Eisschnelllauf, Eisstock, Curling, Ice-Speedway - gewählt wurde, hofften die Eishockeyvereine zumindest auf einen gewissen Wandel. Nach zwei Spielzeiten in der Gisela Lukowiak offiziell die Senioren-Obfrau ist, herrscht bei den Clubs Enttäuschung vor. "Sie hat früher mit uns zusammen kritisiert und ist nun im Prinzig ins Glied gerückt", lautet die Erkenntnis bei vielen Vereinsvertretern.

Besonders interessant ist der Blick auf die Finanzen des LEV-Nrw. Wie kein Zweiter in Deutschland hat er in den letzten Jahren ohne Rücksicht auf Wirtschaftsentwicklung und Preissteigerung an der Preisschraube gedreht. "Die Gründe für die Art der Erhebung bestimmter Gebühren und ihre Höhe sind in vielen Fällen nicht transparent", kritisierte im März der EHC Dortmund in einem offenen Brief. Der Blick in die Gebührenordnung offenbart in der Tat Abenteuerliches: Bis zu 51 Euro werden fällig, wenn ein Spiel abgesagt werden muss, obwohl in Zeiten von Handy und Internet die Übermittlung nur wenige Cent kostet und in Sekundenschnelle erledigt ist. Zuzüglich Spritgeld muss ein Regionalligist 91 Euro für Verbandsaufsicht berappen, alleine 26 Euro sind für die Antragsbearbeitung zu entrichten. Es ist zudem gängige Praxis, dass Strafen für nicht rechtzeitig übermittelte Spielergebnisse oder nicht vorliegende Spielerpässe verhängt werden, auch wenn das Fax-Gerät des LEV nachweislich streikt und eine Sendung unmöglich ist. Im Nachwuchsbereich weredn bei der Verhandlung von Matchstrafen neben Spielsperren auch Geldstrafen ausgesprochen. Und neben der Gebühr zur Ausstellung von Spielerpässen werden Portokosten auch dann erhoben, wenn die Pässe in der Geschäftsstelle abgeholt werden.

Die Bezahlung der Verbandsabgaben für Zuschauereinnahmen erfolgt in vier Raten als Abschlagszahlung. Die Festlegung der Höhe der Abschlagszahlungen erfolgt durch den Verband. Der nimmt Zuschauereinnahmen der vergangenen Jahre oder die Zahlen einer Planrechnung der laufenden Wettkampf-Saison als Grundlage. Erleidet ein Verein einen Zuschauereinbruch verschärft der LEV durch seine Praxis womöglich die Lage. Anderorts ist allein die Vorsaison der Maßstab.

Jegliche Werbung ist genehmigungspflichtig, jeder Bescheid ist gebührenpflichtig. Die Genehmigungsgebühren betragen pro Mannschaft für die erste Werbung in der Regionalliga NRW 102 Euro. Die Gebühren ermäßigen sich für jede weitere Werbung bzw. bei Verlängerung einer bereits genehmigten Werbung um 5 Prozent (nicht kumulativ). 50 Prozent der Gebühr werden einbehalten, wenn eine Werbung nicht genehmigt wird. Eine Anrechnung entrichteter Gebühren auf wiederholende Genehmigungsanträge ist nicht möglich.

Für den Sommer hat Wolfgang Sorge eine Reform der Werbegebühren angekündigt. Der Blick aufs Ganze zeigt, dass die Schieflage damit noch nicht beseitigt ist. Der Vergleich mit anderen Landesverbänden unterstreicht sie. In Niedersachsen betragen die Basiskosten für eine Spielverlegung 25 Euro und für Verbandsaufsicht gerade einmal 75 Euro. Die Werbegenehmigung ist mit 100 Euro bzw. 50 Euro ähnlich, doch beim Nachwuchs kann gratis geworben werden, während in NRW alle zahlen müssen. Unleserliche Spielberichte werden erst nach einer Verwarnung geahndet und dann auch preisgünstigerer als in NRW. Für den Rückzug vom Spielbetrieb verlangt z.B. der LEV Niedersachsen 1500 Euro und liegt damit ebenfalls unter NRW-Preisen.

Bei der Verwendung der Einnahmen hat der Verband in den letzten Jahren reichlich in Steine, denn in Beine investiert. Der LEV kann eine schmucke Immobilie in Sichtweite des Dortmunder Westfalenstadions sein Eigen nennen. Zwar finden hier die Mitglieder von Auswahlmannschaften oder Eiskunstläufer eine Übernachtungsmöglichkeit, doch die Opulenz des Gebäudes verwundert schon. Der sukzessive Ausbau der Immobilie wird gegenüber kritischen Nachfragern damit begründet, dass der LEV aufgrund seiner Gemeinnützigkeit keinen Gewinn machen dürfe und finanzieller Überschuss daher grundsätzlich investiert werden müsse. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bei der jeweils im August stattfindenden Jahreshauptversammlung des LEV zwar ein Wirtschaftsbericht verlesen wird, eine Kontrolle des Zahlenwerks aber nur schwer möglich ist, da Einzelposten wie zum Beispiel Spesen nicht so leicht erkennbar sind.

Die Zahl derer, die sich eine Durchleuchtung des Verbandes hinsichtlich der Verwendung von Geldern und der Gemeinnützigkeit wünschen, ist nicht gering. Doch trotz aller offensichtlichen Merkwürdigkeiten, kann es noch eine erstaunliche Stabilität vorweisen, das "System Sorge".


Markus Terbach
8.6.04

Wolfgang Offline

1. Mannschaft


Beiträge: 1.159

10.06.2004 19:12
Vor(sorge) des LEV Zitat · Antworten
Ich finde Herr Terbach hat hier den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Ich habe Herrn Sorge mal auf einer DEB-Bundesversammlung erlebt. Hierbei wurde am Abend zuvor bereits mit den Vereinsvertretern aus NRW und auch Bayern die Vorgehensweise für den folgenden Tag festgelegt. Die hierbei angewandte 'Taktik' deckt sich weitestgehend mit den Ausführungen des Herrn Terbach. Mehr kann und will ich aus verständlichen Gründen hierzu nicht sagen... Traurig, aber wahr, es ist derzeit offenbar nur sehr schwer möglich, frischen Wind in den LEV NRW zu bringen.

Thomas ( gelöscht )
Beiträge:

11.06.2004 09:41
Vor(sorge) des LEV Zitat · Antworten
Überall, wo es Vereine, Verbände, Parteien und ähnliches gibt - da dürfte eine solche Vorgehensweise nicht unüblich sein. Vielleicht nicht schön, aber legitim - daher nicht meine größte Sorge.

Viel bedenklicher stimmt mich folgendes: Der Eissportverband nutzt durch seinen Präsidenten die Eishockeyvereine aus, weil in dieser Sportart zahlende Zuschauer kommen. Auspressen wäre der vielleicht noch bessere Ausdruck; alles unter der Voraussetzung, dass die Angaben von Herrn Terbach den Tatsachen in vollem Umfang entsprechen. Und dann werden die Gelder in andere Eissportarten umgeleitet oder gar Hotels davon gebaut. Unser Geld, das wir als Zuschauer zum Verein tragen. Genausowenig kann es sein, dass Sponsoren von Eishockeyvereinen indirekt Eiskunstlauf oder ähnliches mitfinanzieren.

Wie gesagt, wenn dem so ist, dann regt mich das auf!
Auf der einen Seite gehen die Vereine reihenweise - nicht immer unschuldig - in Insolvenz, die verbliebenen suchen händeringend nach Sponsoren in wirtschaftlich schweren Zeiten. Oder die Fans sehen sich gezwungen, zu Sponsoren zu werden.

Ohne auf die sportlichen Umstände seiner nicht unumstrittenen Entscheidungen eingehen zu wollen, wenn der Präsident des Verbandes dafür "Sorge" trägt, die Vereine zu schwächen - dann handelt er mindestens vereinsschädigend. Mögliche Konsequenzen daraus müssen dann gezogen werden. Entweder muß ein eishockeyeigener Landesverband gegründet werden oder man geht direkt an die Wurzel des Übels: Man entsorgt seinen Präsidenten.

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